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Eine Waldweide für Weissach

Liebe Mtibürgerinnen und Mitbürger,

im Gebiet Hoher Acker wird ein Waldweidekonzept umgesetzt. Zur Erinnerung: Im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplans "Entwicklung Porsche Weissach, 4. Änderung und Westerweiterung" wurde wegen der Abholzung von 3,2 Hektar unseres Schellenbergwaldes ein fortsrechtlicher Ausgleich notwendig. Dieser Eingriff sollte durch die Schaffung von Ersatzwaldflächen im Gebiet Hoher Acker ausgeglichen werden. Dagegen hat sich die BUND Ortsgruppe vehement zur Wehr gesetzt. Warum?

Waldweide sichert unsere Kulturlandschaft

Grund der massiven Ablehnung der geplanten Ausgleichsmaßnahmen war, dass es sich bei allen dafür ausgewählten Ausgleichsflächen um ehemalige magere Schafweiden handelt. Deshalb setzte sich der BUND dafür ein, auf diesen Flächen die einst dort vorhandenen mageren Offenland-Lebensräume (Kalkmagerrasen) langfristig wieder herzustellen. Der landesweite Erhaltungszustand gerade dieses Lebensraumtyps wird als besonders schlecht eingestuft, weshalb die Erhaltung bzw. Wiederherstellung dieses Lebensraumtyps von ganz besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung für das Land Baden-Württemberg ist.

Waldweiden sind artenreichste Wälder

Spezialisierte und oft seltene Tier- und Pflanzenarten wie zum Beispiel die Vogelarten Neuntöter und Heidelerche brauchen offenes Gelände mit Büschen und Dornenhecken. Die lichten Waldweiden (auch Hutewald genannt) beherbergen viele Laufkäfer und Tagfalter. Seltene Pflanzen wie das Purpur-Knabenkraut , die sogenannten Lichtarten, sind auf die lichtdurchfluteten Waldflächen angewiesen.

Waldweide entwickelt sich

Durch die Beweidung mit Schafen und Ziegen soll aus dem verwilderten Heckengebiet wieder ein lichter und offener Weidewald mit vielfältigen Strukturen aus Hecken, Einzelbäumen und Magerrasenflächen entstehen. In diesen Weidewald sind auch die alten Steinriegel, als Spuren der historischen Landnutzung auf dem Hohen Acker, integriert. 

Die Erstpflegemaßnahmen mit schwerem Gerät sind inzwischen durchgeführt und abgeschlossen und es sieht auch dementsprechend aus. Das Auge des Betrachters ist zunächst einmal nicht besonders erfreut. Das musste jetzt aber so sein um den Wald auszulichten und eine sog. halblichte Waldstruktur zu schaffen.

Und es vergehen bestimmt drei bis vier Jahre bis sich die Flächen so entwickelt haben, wie es das Projekt vorsieht.

Waldweide unterstützen und dauerhaft sichern

Nach dieser Erstpflege werden dann die tierischen Waldarbeiter eingesetzt. Beweidet wird die Fläche mit Coburger Fuchsschafen und Burenziegen von Schäfer Hartmut Ansel, von der Weidegemeinschaft Weissach-Flacht. Die Weidegemeinschaft wurde am 16.07.2009 gegründet mit dem Ziel , die Heidenflächen offen zu halten und dadurch die Artenvielfalt zu fördern. Zur Weidegemeinschaft Weissach-Flacht gehören neben Hartmut Ansel auch die Schäfer Simon Essig und Jürgen Herrmann.

Wie können Sie das Weissacher Waldweide-Projekt unterstützen? Die Schäferei lebt natürlich auch von der Nachfrage nach ihren Produkten. Wie wäre es also ab und zu einmal mit einem Sonntagsbraten vom Lamm oder mit einer Wurst vom Schaf zum Abendbrot. Garantiert aus regionaler Erzeugung; davon können Sie sich bei Ihrem Sonntagsspaziergang bald selbst überzeugen.

Bei Fragen nach den Produkten vom Schaf oder Lamm wie Fleisch, Wurst oder Felle, wenden Sie sich einfach telefonisch an die Weidegemeinschaft Weissach-Flacht.

Die Aktiven des BUND Ortsverbandes freuen sich, dass sie dieses spannenden Projekt mit auf den Weg bringen konnten und es langfristig begleiten dürfen, damit es zum Erfolg für uns Menschen und für die Natur geführt werden kann.

Der Vorstand

 
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